Nick Kottmeyer ist Vizemeister bei den Deutschen Bergmeisterschaften geworden
Gütersloh (man). Nick Kottmeyer hat bei den Deutschen Bergmeisterschaften der Junioren den Medaillensatz des RSV Gütersloh bei Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr komplettiert. Nach zweimal Gold durch Masterfahrer Bernd Brune und Schülerfahrer Till Nieländer sowie Bronze durch Kottmeyer im Einzelzeitfahren gewann der Juniorenfahrer des RSV Gütersloh bei den Deutschen Bergmeisterschaften im sächsischen Sebnitz überraschend die Silbermedaille hinter seinem NRW-Teamkollegen Johannes Klage (ATV Haltern). ?Damit hatte ich selber nicht gerechnet?, zeigte sich der 18-jährige Harsewinkeler Schüler im Ziel selber überrascht und zufrieden zugleich. Nach dem schweren Sturz zu Saisonbeginn beim Cottbuser Etappenrennen mit einem komplizierten Schlüsselbeinbruch war der Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft im Bergfahren für das RSV-Nachwuchstalent der bisher größte Erfolg und versöhnlicher Saisonabschluss auf der Straße zugleich. ?Ich bin durch den Sturz nur drei Bundesligarennen gefahren, habe aber jedes Mal auf dem Treppchen gestanden?, zog Nick Kottmeyer eine positive Saison-Bilanz. Durch den Doppelerfolg sicherte sich das Rose-NRW-Bundesliga-Team den Gewinn der Tageswertung und den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Auf den 15 Runden über insgesamt 98 km und 1.500 Höhenmetern hatte NRW-Trainer Wolfgang Oschwald seinem Bundesligateam für die ersten zehn Runden bei Regen und Temperaturen um 15 Grad eine defensive Fahrweise mit auf den Weg gegeben. Vier Runden vor Schluss wagte Kottmeyer dann den ersten Ausreißversuch. Aber sein NRW-Teamkollege Johannes Klage reagiert ebenso wie das Feld und schloss mehr oder weniger die Lücke. ?Die letzten fünf Meter hat das Feld aus welchem Grund auch immer nicht zu uns zugefahren, da habe ich zu Jonny gesagt, jetzt einfach nur fahren was geht?, so Kottmeyer. Schnell ging die Lücke auf und wurde schnell immer größer. Zwischenzeitlich schafften noch vier Fahrer den Sprung zu Kottmeyer und Klage, aber die konnten dem Tempodiktat der beiden nur kurz folgen. Den Leipziger Carlo Brendel (SC DHfK Leipzig) erwischte es als letzten Fluchtgefährten auf regennasser Fahrbahn auf der Abfahrt in einer Rechtskurve. ?Eigentlich war ich schon mit meinem Vorderrad in seinem Rücken, wie das noch geschafft habe über ihn und sein Rennrad zu springen und dann über die Verkehrsinsel, weiß ich bis heute nicht?, berichtete Kottmeyer von einer letzten brenzligen Situation in der viertletzten Runde. Ab da an waren Kottmeyer und Klage auf sich allein gestellt und hielten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39 km/h das Tempo hoch. Die ?Tempobolzerei? und das kalte, regnerische Wetter forderten aber auch ihren Tribut. ?In der vorletzten und letzten Runde war ich an dem steilen Berg total leer und Jonny musste etwas Tempo rausnehmen?, so Kottmeyer weiter. Kurz vor der Kuppe des finalen Anstiegs zog Klage dann davon und gewann mit 21 Sekunden vor Kottmeyer, der sich auf den letzten eineinhalb Kilometer noch einmal sputen musste, weil sich der Bayer Tim Zabel (RSG Ansbach) aus dem Feld gelöst und die Lücke bis auf sechs Sekunden geschlossen hatte. ?Da habe ich noch einmal alles an Körner rausgehauen?, so der RSVer. Mit weiteren 13 Sekunden Rückstand folgte das bis auf 53 Fahrer in mehrere kleine Gruppen zersprengte Hauptfeld.


