Er hat es geschafft. Bernd Brune ist Deutscher Meister. Glückwunsch...
Gütersloh (man). Der Gütersloher Radrennfahrer Bernd Brune (RSV Gütersloh) hat bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Straßenrennen der Hitze und dem Favoritendruck in der Masterklasse 4 standgehalten. ?Ich wollte dieses Jahr unbedingt Deutscher Meister werden und die anderen wollten mich unbedingt loswerden?, erklärt der 60-jährige nach seinem Titelgewinn im Ziel die Situation im Rennen. Mit der beeindruckenden Bilanz von 12 Saisonsiegen aus 14 Rennen war der RSVer in das DM-Rennen in Görlitz gestartet. Die Konkurrenz war also gewarnt und versuchte alles, aber vergeblich um nicht mit dem sprintstarken RSVer auf die 700 m lange, ansteigende Zielgerade in Görlitz zu kommen. ?Erst war ich am Hinterrad von Jürgen Sopp eingebaut, aber 500 m vor dem Ziel wurde es wieder schneller und es tat sich die Lücke auf. 300 m vor dem Ziel habe ich dann meinen Sprint angesetzt, was ich am Vortag auf der Strecke ausprobiert hatte?, schilderte Brune das Finale. Mit der Übersetzung von 52/15 beschleunigte der RSVer seine Rennmaschine zum Entsetzen der nicht mithaltenden Konkurrenz immer weiter und schaltete dann noch zwei Gänge bis 52/13 runter. ?Zum Schluss sah es recht locker aus und ich hätte auch noch schneller Sprinten können?, war für den Meller im Dress des RSV Gütersloh das Finale, so unglaublich es klingt, das einfachste Stück Arbeit in diesem DM-Rennen. ?Angesichts von über zwei Radlängen Vorsprung konnte ich den Sieg richtig auskosten und die Arme zum Jubel ausbreiten?, so Brune, der auf den letzten Metern schon ausrollen lies. ?Das war mein definitiv größter Erfolg meiner Radsportkarriere?, ordnete der 60-jährige RSVer, der bereits seit seiner Kindheit Radrennen fährt und bereits einmal bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften auf dem Treppchen gestanden hatte, den DM-Titel als etwas ganz Besonderes ein.
Bei knapp 40 Grad im Schatten wählten die Seniorenfahrer auf dem welligen und windanfälligen 17,3 km langen Rundkurs ?Rund um die Landeskrone? in Görlitz in der ersten von drei Runden eine defensive Taktik. Mit Beginn der zweiten Runde nahm das Rennen dann aber Fahrt deutlich an Fahrt auf. ?Ab der zweiten Runde gab es immer wieder Attacken und ich bin sie alle mitgefahren?, so Brune. Als Heiko Gericke dann zum 329 m hohen Jaunernicker Berg attackierte, musste der RSVer ohne die Unterstützung der Konkurrenz die Lücke alleine wieder zufahren. ?Das hatte ganz schön Körner gekostet, aber ich wollte unbedingt, dass wie als Feld ankommen?, so Brune. In der Schlussrunde die gleichen Spiele. Der frühere Deutsche Meister und ehemalige Senioren-Zeitfahr-Weltmeister Bernd Schmelz (TSV Ippinghausen) sowie der amtierende Deutsche Meister Ralf Keller (4., RSG Muldental Grimma) versuchten mit Attacken sich vom Feld zu lösen und mit einem Solo zum Sieg zu fahren. Die letzte Attacke schien schon von Erfolg gekrönt. ?Ich konnte nicht mehr und wäre auch nicht mehr hingekommen, da bricht der seinen Vorstoß ab?, atmete Brune tief durch. Damit war die letzte brenzlige Situation knapp vier Kilometer vor dem Ziel entschärft. Am letzten Anstieg nach Görlitz rein, konnte sich Brune noch einmal mit drei weiteren Favoriten vom Peloton absetzten, doch die Spitzengruppe war sich nicht einig und das Feld schloss wieder auf. ?Ich bin dann als Dritter in einer idealen Position am Hinterrad von Jürgen Sopp auf die Zielgeraden gebogen. Doch dann wollte keiner mehr fahren. Alles wurde wieder breit und das Tempo fiel in sich zusammen?, erklärte Brune die letzten Meter, bis er seinen unnachahmlichen Sprint zum Titelgewinn ansetzte.


