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27.06.2021

Lydia Ventker im Wechselbad der Gefühle

Gütersloh (man). Ein Wechselbad der Gefühle erlebte Lydia Ventker (RSV Gütersloh) bei den Deutschen Meisterschaften. Mit Platz 13 im Einzelzeitfahren erreichte die mittlerweile in Düsseldorf wohnende Kapitänin des Frauen-Teams des RSV Gütersloh das selbstgesteckte Ziel einer Platzierung unter den besten 15 und zeigte eine starke Leistung. „Das war mein bestes Ergebnis im Einzelzeitfahren bei einer Deutschen Meisterschaft und es fehlten nur drei Sekunden zu Platz zwölf“, freute sich Ventker und wagte den Blick nach vorne in der Ergebnisliste. Nicht zufrieden war die 35-jährige RSV-Kapitänin mit ihrer Power im Kampf gegen die Uhr. „Meine angepeilten Wattzahlen habe ich bei weitem nicht erreicht. Ich weiß nicht, woran es lag. Ich vermute an der Hitze von 34 Grad“, erklärte Ventker rätselnd. Zur Abkühlung und Stabilisierung des Kreislaufs hatte sich die RSVerin vor dem Start Eiswürfel in den Einteiler gesteckt, was aber auf dem 31 km langen Rundkurs nur kurzzeitig half. „Das Eis war so schnell geschmolzen“, erklärte Ventker. Mit 350 Höhenmetern wies der Kurs in Öschelbronn für ein Zeitfahren ungewöhnlich viele Höhenmeter auf. „Es ging nur rauf oder runter. Eine flache Gerade gab es gar nicht“, war die 35-jährge beeindruckt.

Nach Platz sechs im Vorjahr musste Ventker im Straßenrennen nach der Streckenbesichtigung ihre Aussichten auf eine Top-Ten-Platzierung begraben. „Das war kein Kurs für mich. Kein Flachstück, dafür ein langer Berg und keine technischen Passagen“, zeigte sich Lydia Ventker schon der Streckenbesichtigung enttäuscht. Auf dem vierzehnmal zu durchfahrenden 7,6 km langen Rundkurs mit seinen 125 Höhenmetern pro Runde waren in der Nähe von Stuttgart Kletterqualitäten gefragt. „So brauchte ich mich nicht für das Finale schonen. Darum lautete die Teamtaktik Attacke so viel wie möglich und von Beginn an“, erklärte Ventker. Nach flottem Beginn attackierte die 35-Jährige in der fünften Runde am Berg und fuhr mit der Berufs-Radfahrerin Franziska Brauße (WNT Rotor) einen Vorsprung von 40 Sekunden heraus. Schnell erhöhten die Profi-Teams im Hauptfeld das Tempo und reihten sich ein. Nach genau einer Runde waren die beiden Ausreißerinnen wieder gestellt. „Das war ein reines Ausscheidungsfahren am Berg und ich hatte jedes Mal Probleme im Steilstück dran zu bleiben“, erklärte Ventker, die als 27. mit der zweiten Verfolgergruppe nach 99 km das Ziel im Baden Württembergischen Stuttgart erreichte. Von den insgesamt über 100 gestarteten Frauen erreichten nur 36 das Ziel.