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Unsere Veranstaltungen:

KEINE Teampräsentation 2020

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen um SARS-CoV-2 (Coronavirus) sagen wir unsere Teampräsentation am Freitag, 13.03.2020 ab.
Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen - im Sinne der Gesundheit aller Beteiligten bitten wir um Verständnis.


25.08.2020

Lydia Ventker fährt bei den Deutschen Meisterschaften knapp am Treppchen vorbei

Gütersloh (man). Für Lydia Ventker (RSV Gütersloh) und ihrem Mitstreiterinnen vom Bundesliga-Team RSG Gießen Biehler schien bei den Deutschen Meisterschaften im Einer-Straßenfahren in Hohenstein-Ernstthal auf dem Sachsenring die Sensation greifbar nah, doch am Ende gewann mit der vierfachen Weltmeisterin Lisa Brennauer (WNT-Ceratizit) die Vorjahressiegerin und hohe Favoritin den DM-Titel. Der siebte Platz von Lydia Ventker als Drittbeste Amateurin im Teilnehmerfeld des mit zahlreichen Profis bestücken 67 köpfigen Fahrerfeldes nötigt dennoch umso mehr Respekt ab. Als es bei Gegenwind auf die 500 m lange und drei Prozent ansteigende Zielgerade ging lag Ventkers Teamkollegin Sven Betz (11., plus 6 Sekunden) noch mit einigen Metern Vorsprung in Front und Ventker war als Dritte hinter Brennauer auf die Zielgerade gebogen. „Wir haben dann aber noch einmal den das Tempo rausgenommen und uns zu fünft nebeneinander fahrend angeschaut, bevor der Sprint eröffnet wurde. In dem Moment war mir klar, jetzt musst ich es machen, denn Svenja haben wir gleich eingeholt“, so Ventker. Als die 34-jährige Kapitänin des RSV Gütersloh dann aber antreten wollte, waren die Oberschenkel dicht, die Muskulatur verhärtet und die Kraftreserven nach 99 km mit 2.300 Höhenmetern aufgebraucht. „Im Stehen ging nichts mehr. Ich habe mich dann hingesetzt, aber auch im Sitzen ging nichts mehr. Das war ein komisches Gefühl“, erklärte Ventker, die zeitgleich mit Siegerin Brennauer, aber mit ein paar Metern Rückstand über den Zielstrich sprintete. „Wenn das Tempo auf der Zielgeraden nicht noch einmal rausgenommen worden wäre, hätte es für Lydia im Sprint reichen können. So aber war Lydia zu früh im Wind“, erklärte Ehemann Sebastian Ventker, der sich zusammen mit Christian Müller als Sportliche Leiter im Begleitfahrzeug den Sprint der neunköpfigen Spitzengruppe von hinten anschaute. „Ich bin aber dennoch zufrieden, der siebte Platz ist nach Platz 13 in Bochum mein bestes Ergebnis bei den Deutschen Meisterschaften und wenn ich schaue, wie viele Profis ich hinter mir gelassen habe, die bei Welt- und Europameisterschaften schon Medaillen gewonnen haben, dann ist das für einen Vollzeit Berufstätigen echt gut“, konnte Ventker einige Stunden nach dem Rennen sich mehr über den tollen siebten Platz freuen als über die verpasste Meisterschaft ärgern. „Es wäre aber dennoch toll gewesen, wenn wir vom Team das Meistertrikot gewonnen hätten“. Lob und Anerkennung gab es von der erfolgreichen vierfachen Weltmeisterin Lisa Brennauer. „Ich habe das Meistertrikot gewonnen und ihr habt die Show gemacht“, erklärte die Bayerin in Richtung Ventker und ihren drei Bundesliga-Fahrerinnen vom Team RSG Gießen Biehler. Deutsche Vize-Meisterin wurde Charlotte Becker (Arkea) vor Tanja Erath (Canyon Sram).

Auf dem unrhythmischen Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal setzte Ventker mit ihren Teamkolleginnen die Profi-Fahrerinnen von Beginn an unter Druck. Erst lies Adelheid Schütz keine Ausreißversuche zu und nach der Hälfte des Rennens startete die Weidenerin selber einen Ausbruchversuch. Als Profi Lisa Brennauer versuchte die Lücke zu Schütz zu schließen, konterte RSG-Teamkollegin Svenja Betz und fuhr zeitweise einen Vorsprung von einer Minute heraus. „Nur mit einer so offensiven Fahrweise kannst du gegen die Profis fahren und Erfolg haben“, erklärten Lydia und Sebastian Ventker nach dem Rennen gemeinsam. Auf den letzten drei von insgesamt 28 Runden auf dem 3,5 km langen Sachsenring drehte das Feld das Tempo noch einmal mächtig auf und spaltete das Hauptfeld in eine neunköpfige Spitzengruppe und ein knapp 20-köpfige Verfolgergruppe. „Wir haben das Beste rausgeholt, sind offensiv gefahren und haben das Rennen bestimmt. Mehr ging nicht“, freute sich die 34-jährige Lydia Ventker nach dem Rennen zufrieden und hätte nicht auf den letzten Kilometern Katrin Hammes für die Teamkollegin Lisa Brennauer das Tempo hochgehalten, dann wäre entweder Svenja Betz oder Lydia Ventker durchgekommen und hätten den Sieg für das Gießener Bundesliga-Team geholt.