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03.03.2019

Mit Zuversicht startet Johannes Hodapp in seine zweite Profi-Saison

Gütersloh (man). Mit viel Selbstvertrauen und hohen Erwatungen blickt der 19-jährige Stukenbrocker Johannes Hodapp (Team SKS Sauerland) seiner zweiten Profi-Saison im Radsport entgegen. Zwar ist Hodapp, der im RSV Gütersloh ausgebildet wurde, schon mit der viertägigen Mallorca-Challenge in die Saison gestartet, doch war das ein zweitägiger Kurzeinsatz im Rahmen des dreiwöchigen Trainingslagers. Aufgrund einer Erkältung musste der 19-jährige die Challenge nach zwei Einsätzen am dritten Tag aufgeben. Mit dem Eintagesrennen Grand Prix Rhodos und der dreitägigen Rhodos-Rundfahrt steht für den Stukenbrocker in der ersten März-Woche einiges auf dem Spiel. Mit dem Gewinn der Bundesliga-Wertung des jüngsten Jahrgangs sowie einer über 130 km langen Flucht während der Deutschland-Tour mit Rick Zabel (Katusha-Alpecin) ließ Hodapp aufhorchen. Eine positive Entwicklung die auch dem Bundestrainer und früheren Zeitfahr-Weltmeister Ralph Grabsch nicht verborgen blieb. Der berief Hodapp Ende der vergangenen Saison in den Nationalkader. Für Hodapp schien sich dadurch das langersehnte Tor zu den traditionellen Eintagesklassikern im Frühjahr in Holland, Belgien und Frankreich zu öffnen, welches seinem drittklassigem Team ansonsten verwehrt ist. Zwar dürfte Hodapp in Nationaltrikot nicht bei den Profis, so aber doch im Rennen der Nations-Ligue, dem Rennen der National-Mannschaften, starten. Allerdings eröffnete Grabsch Hodapp im dreiwöchigen Trainingslager auf Mallorca, dass er in ihm mehr den Etappen- und Bergfahrer sieht als den Klassiker-Spezialisten. So stehen für Hodapp bisher im Nationalmannschafts-Trikot eine zweitägige Rundfahrt in Polen und das viertägige Etappenrennen Cour de la Paix in Tschechien auf dem Programm. Doch eine Hintertür lies Grabsch dem Stukenbrocker offen. Wenn er auf der Rhodos-Rundfahrt brilliert, hat er eine Chance doch noch in den Kader der Klassikerfahrer zu „schlüpfen“. Damit steht der 19-jährige Stukenbrocker bereits zum Saisonauftakt unter Erfolgsdruck. Hodapp möchte dies jedoch mehr als Chance verstanden wissen und bleibt gelassen. Nach der Rhodos-Rundfahrt geht es für Hodapp bei der Tour de Egypt weiter, bevor am 7. April das erste Bundesliga-Rennen auf dem Plan steht. „Ich werde alles versuchen um mit meinen Erfolgen dafür zu sorgen, dass unser Team sich wieder für die Deutschland-Tour empfiehlt und teilnehmen darf“, gab sich der Sieger der Bundesliga-Nachwuchs-Wertung kämpferisch.

Die Vorbereitung auf die Saison verlief für den früheren Nachwuchsfahrer des RSV Gütersloh optimal. Bis auf die Erkältung auf Mallorca kam Hodapp ohne Infekt durch den Winter und spulte seit Ende Oktober gut 9.000 km ab. Gut die Hälfte davon quälte sich der Stukenbrocker durch das heimische nasskalte Wetter. Den anderen Teil auf Mallorca. An seine erste Profi-Saison denkt Hodapp gerne zurück. Der Schritt von den Junioren direkt zu den Profis war nicht zu unterschätzen, zumal Hodapp im Frühjahr wegen des Abiturs einiges in der Vorbereitung und auch bei den Rennen verpasste. „Bei den Junioren waren die meisten Rennen nach drei Stunden beendet, dann geht es bei den Profis auf den letzten 100 km erst richtig los, wenn man eigentlich schon genug hat“, so Hodapp. Der Stukenbrocker lernte jedoch schnell und machte wichtige Fortschritte. In der Bundesliga übernahm der 19-jährige frühere RSVer von Beginn an das Führungstrikot für die Sonderwertung des jüngsten Jahrgang und gab es bis zum Finale am Bilster Berg nicht mehr ab. Sein Husaren-Stück lieferte Hodapp jedoch auf der 177 km langen dritten Etappe der Deutschland-Tour von Trier nach Merzig ab, als er zusammen mit Rick Zabel und vier weiteren Fahrern 130 km lang in einer Fluchtgruppe vor dem Feld herfuhr. Zwar wurden die Ausreißer kurz vor dem Ziel gestellt, doch die Aufmerksamkeit in der Live im Fernsehen übertragenen Etappe galt den Ausreißern. „Nach der Etappe war ich total am Ende, es ging nichts mehr und ich hatte Schmerzen ohne Ende. Der Rücken hatte komplett zu gemacht“, so Hodapp. Trotz der Berufung in den Nationalkader steht für den Stukenbrocker fest, dass er im Herbst an der Uni Paderborn ein Studium der Wirtschaftswissenschaften antritt. „Da führt kein Weg dran vorbei, egal wie die Entwicklung im Radsport ist“, möchte Hodapp für die Zukunft zweigeisig planen und nicht nur auf den Radsport setzen. Das erste sechswöchige Firmen-Praktikum hat Hodapp für das Studium bereits absolviert.