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10.03.2010

RSV Gütersloh startet mit einem starken Team und einem verletzten Kapitän in die Saison

WOLFGANG TEMME; NW Gütersloh. Passend zur Präsentation des RSV Gütersloh im Autohaus Markötter schien gestern die Sonne. Beste Bedingungen also für das anschließende Mannschaftstraining. Doch Michael Leonhardt, Präsident des Radsportvereins, entdeckte auf dem Tresen des gastgebenden Sponsors einen Werbereiter mit der Aufschrift "Endlich Winter".

Angesichts der erneut verschneiten Straßen und der Tatsache, dass der Winter den Rennfahrern das Training in den letzten Wochen schon so ungeheuer erschwert hatte, ging ein Stöhnen durch die Reihen.; Gleichwohl machte sich um 12 Uhr ein Trupp dick vermummter RSV-Piloten auf den Weg, um sich weiter für die schon Ende des Monats beginnende Straßensaison in Form zu bringen. Mehr als einmal dürften die Gedanken zu den bereits auf Mallorca trainierenden Teamkollegen Felix Schäfermeier, Paul Voigt, Björn Rüter und Sebastian Ventker abgeschweift sein. Am 18.März jettet eine 14 Mann starke Gruppe hinterher, um unter guten Bedingungen eine Woche lang Kilometer und Tempo zu bolzen.; Die Reise findet allerdings ohne den Kapitän statt. Neuzugang Christoph Dargatz hatte schon im Februar auf der Balearen-Insel trainiert, war auf nasser Straße gestürzt und hatte sich dabei den Mittelhandknochen gebrochen.

"Wenns gut läuft noch vier Wochen, wenns schlecht läuft noch zehn Wochen", schwebt der 25-Jährige noch im Ungewissen, wann er wieder ins Geschehen eingreifen kann. Derzeit muss sich Dargatz, dessen linke Hand mitsamt Unterarm eingegipst ist, mit Training auf der Rolle begnügen.

Der in Witten lebende A-Fahrer, als hessischer Landesmeister ("Und Weltmeister der Krankenpfleger") vom Team MEG Kassel nach Gütersloh gewechselt, hat die bis Ende September reichende Saison aber keineswegs abgeschrieben. "Zuletzt hat er regelmäßig fünf bis sechs Siege pro Jahr eingefahren", rechnet RSV-Geschäftsführer Hansi Eggert erneut mit einer solchen Erfolgsquote.; Mit 12 Siegen und 121 Platzierungen fuhr der RSV Gütersloh im Vorjahr eine starke Saison. Er feierte vier Aufstiege in die B- und drei in die A-Klasse. Diese Bilanz zu wiederholen oder zu verbessern ist das Ziel für 2010. Erreichen soll das ein Team von insgesamt 33 Lizenzfahrern. Sieben davon gehören zur Eliteklasse A.

Mit David Dudek ist ein waschechter Gütersloher dabei. Weil ihn zu Jahresbeginn gesundheitliche Probleme zurückwarfen, hat er sich nun doch für einen Mallorca-Trip entschieden. Seine erste Rennmeldung hat er für Ostermontag in Ahrweiler abgegeben, und natürlich ist das Heimspiel bei der "Volksbank-City-Nacht" am 21. Mai ein Saisonhöhepunkt. Im Vorjahr war der 24-Jährige im Dernyrennen auf Rang drei gedüst und hatte erklärt: "Mein Ziel ist es, das Ding irgendwann mal völlig abzuschießen." Auf die gestrige Frage von Moderator Stefan Herzog, ob das in diesem Jahr der Fall sei, antwortete er: "Mal sehen."; Ein Phänomen im A-Kader des RSV ist Jürgen Fromberg.

Der bald 49-Jährige, im Vorjahr durch einen Sieg im B-Rennen aufgestiegen, hält immer noch mit den Youngstern mit. "Im Finale zahlt sich ein gutes Auge manchmal aus." Saisonhöhepunkt soll die Masters-WM Ende August in Österreich sein, dort will Fromberg eine Top-10- Platzierung erreichen. Sein hauptsächliches Training absolviert der Abteilungsleiter eines Möbelherstellers übrigens auf dem 50 Kilometer langen Weg zwischen seinem Wohnort Bösingfeld und der Arbeitsstätte in Schlangen - die Hinfahrt startet er regelmäßig um vier Uhr morgens. Die Kälte und der Schnee von gestern machen ihm da vergleichsweise wenig aus.